Mongolchuud Germand, Mongolei, INFO PORTAL Mongolei-Colloquium - Björn Reichhardt (B.Sc.)
Оруулсан admin Огноо April 22 2015 07:22:39


Björn Reichhardt (B.Sc.)

(HU – Berlin) „Zaunstrukturen im post-sozialistischen Ulaanbaatar: Die Repräsentation sozialen Wandels durch materielle Kultur“


Die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar ist in den letzten 100 Jahren durch weitreichende Urbanisierungsprozesse in ihrer Bevölkerungszahl und räumlichen Ausdehnung stark gewachsen. Heutzutage ist die Stadt von einem Stadtbild der Segregation geprägt. Vor allem seit dem Zusammenbruch des Sozialismus zu Beginn der 1990’er Jahre wuchs die Landflucht und zunehmend ließen sich ehemalige Viehzüchter und Nomaden in der Hauptstadt nieder. Die massive Zuwanderung überstieg die Kapazitäten der Stadt so dass sich die Jurtenviertel in den peripheren Gebieten Ulaanbaatars weiterhin ausdehnen. Dort leben Familien dicht aneinander gereiht während jedes Grundstück (Chašaa) von hohen und blickdichten Zaunfeldern umgeben ist. Das Alltagsleben in diesen Gebieten steht in deutlichem Kontrast zur traditionellen nomadischen Lebensweise. Das Inkrafttreten des Landgesetzes im Jahr 2002 ermöglichte die Privatisierung von Land wodurch die Ausdehnung der Jurtenviertel vorangetrieben wird. Die hier auftretenden Zaunstrukturen spielen dabei eine essentielle Rolle: Sie dienen einerseits der Markierung und Inbesitznahme von Land, dem Schutz der Privatsphäre sowie dem Schutz vor externen Einwirkungen während sie andererseits Instrumente darstellen, die zu sozialer Isolation und dem Phänomen einer wachsenden Ellenbogengesellschaft beitragen.
Die Intentionen und Auswirkungen der Zaunkultur in den Jurtenvierteln Ulaanbaatars sollen im Rahmen dieser Forschung anhand des theoretischen Rahmens der Materiellen Kultur analysiert und diskutiert werden.
Mittwoch, 29. Apr. 2015
18:00 Uhr c. t.

Zentralasien-Seminar 5. Etage, Raum 507
Invalidenstr. 118 10115 Berlin
(U6 Naturkundemuseum, S-Bhf Nordbahnhof)

Gäste sind herzlich willkommen!

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Björn Reichhardt (B.Sc.)

(HU – Berlin) „Zaunstrukturen im post-sozialistischen Ulaanbaatar: Die Repräsentation sozialen Wandels durch materielle Kultur“


Die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar ist in den letzten 100 Jahren durch weitreichende Urbanisierungsprozesse in ihrer Bevölkerungszahl und räumlichen Ausdehnung stark gewachsen. Heutzutage ist die Stadt von einem Stadtbild der Segregation geprägt. Vor allem seit dem Zusammenbruch des Sozialismus zu Beginn der 1990’er Jahre wuchs die Landflucht und zunehmend ließen sich ehemalige Viehzüchter und Nomaden in der Hauptstadt nieder. Die massive Zuwanderung überstieg die Kapazitäten der Stadt so dass sich die Jurtenviertel in den peripheren Gebieten Ulaanbaatars weiterhin ausdehnen. Dort leben Familien dicht aneinander gereiht während jedes Grundstück (Chašaa) von hohen und blickdichten Zaunfeldern umgeben ist. Das Alltagsleben in diesen Gebieten steht in deutlichem Kontrast zur traditionellen nomadischen Lebensweise. Das Inkrafttreten des Landgesetzes im Jahr 2002 ermöglichte die Privatisierung von Land wodurch die Ausdehnung der Jurtenviertel vorangetrieben wird. Die hier auftretenden Zaunstrukturen spielen dabei eine essentielle Rolle: Sie dienen einerseits der Markierung und Inbesitznahme von Land, dem Schutz der Privatsphäre sowie dem Schutz vor externen Einwirkungen während sie andererseits Instrumente darstellen, die zu sozialer Isolation und dem Phänomen einer wachsenden Ellenbogengesellschaft beitragen.
Die Intentionen und Auswirkungen der Zaunkultur in den Jurtenvierteln Ulaanbaatars sollen im Rahmen dieser Forschung anhand des theoretischen Rahmens der Materiellen Kultur analysiert und diskutiert werden.
Mittwoch, 29. Apr. 2015
18:00 Uhr c. t.

Zentralasien-Seminar 5. Etage, Raum 507
Invalidenstr. 118 10115 Berlin
(U6 Naturkundemuseum, S-Bhf Nordbahnhof)

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